Herr der Ringe Online

​Das Erwachen

Das Erwachen

von Silvrien Pfarot

Die Sonne schickt zögerlich ihre ersten Strahlen durch die goldenen Blätter der Mallorenbäume. Die Vögel erwachen und zwitschern fröhlich ihre Lieder. Das Tal und die Bewohner erwachen zu neuem Leben. Vereinzelt erklingt Musik aus den zierlichen Häusern, welche harmonisch mit der Umgebung des Tales verschmelzen. Einem Beobachter kommt es so vor als ob in diesem Tal die Zeit stehen bleibt, so friedvoll wirkt dieser Anblick.
Aus einem Haus in der Nähe des Wasserfalls drang ein unterdrücktes Stöhnen voller Schmerz und Leid. Besorgt eilten einige Elben welche in der Nähe waren zu dem Haus. Als sie das Haus betreten und ihre Schritte zum Schlafgemach lenken, erblicken ihre Augen eine junge Elbin von nicht einmal 200 Jahren. Diese wälzte sich ruhelos von einer Seite zur anderen und scheint in einem endlosen Traum gefangen zusein. Einer der Elben berührt sie sanft an der Schulter. Mit einem lauten Schrei erwacht die Elbin und ihr Blick eilt ruhelos durch den Raum. Es erweckt den Eindruck, dass sie nicht realisiert wo sie sich befindet. Nach einer Weile beruhigt sich ihr Blick, nur der Ausdruck des Schmerzes verweilt in ihren Augen. " Furan naf Etal", sind die ersten Worte, die sie spricht. Besorgt werfen sich die Elben Blicke zu. Es war bekannt das schlimme Träume sie plagten seit kurzer Zeit, Träume die sich jeder Deutung entzogen und heute kommen noch dazu diese rätselhaften Worte in einer unbekannten Sprache, einer Sprache, die den Elben nicht bekannt ist. Unruhe breitet sich in dem Gemach aus als die junge Elbin sich erhob.

Mit einer knappen Geste bittet sie ihre Besucher den Raum zu verlassen, und schnell leert sich der Raum. Nach dem Ankleiden verlässt sie ihr Haus um das Gespräch mit den älteren Elben zusuchen, jene die schon lange auf der Welt wandeln und viel gesehen haben. Von Ihnen erhofft sie sich Rat. Die Träume quälen sie schon lange, so intensiv waren sie. Merkwürdig war ausserdem, dass die Träume so real erscheinen, so real, dass man glaubt dabeizusein. Aber woher kennt diese Gestalt in den Träumen sie? Woher kommt diese Gestalt in einem blauen Gewand und warum war mit dieser Gestalt das unbarmherzige Gefühl von Leid und Schmerz verbunden. Dieses Wesen scheint sie zu kennen und in den Träumen ist sie sich sicher ihm mehr wie einmal schon gegenübergestanden zuhaben. Aber wie konnte so etwas möglich sein, in ihrem kurzen Leben war sie dem Wesen noch nie begegnet oder hat Geschichten darüber gehört. So viele Fragen und noch weniger Antworten.
Langsam nähert sie sich dem größten Haus in dem Tal. Der Wasserfall schien ihr tröstende Worte zuzuflüstern und so öffnet sie zögerlich die Türen des Hauses und lenkt ihre Schritte in den Saal des Feuers. Wenn man die Halle betritt werden die Augen von den großen Feuern im hinteren Teil angezogen, welche die Halle in ein warmes rötliches Licht tauchen. Daher hatte diese Halle auch den Namen erhalten. Links und rechts in der Hale befinden sich kleine Gallerien. Von dort oben hat man einen wunderbaren Überblick über den Raum. Die verzierten Fenster, und die Bänke darunter, laden ein zum Verweilen.

Ihre Schritte führen sie zu dem großen Tisch, welcher den Raum beherscht. An dem Tisch versammeln sich gern die Elben in den Morgenstunden. Es ist der richtige Ort um Fragen zustellen. Ruhig wartet sie an dem Tisch bis man ihr Aufmerksamkeit schenkt und erzählt von ihrem Traum. Die Worte kommen ihr nur zögerlich über die Lippen. Es hat fast den Eindruck, als würde jemand etwas dagegen haben. Ein Elb lächelt sie an und reicht ihr eine Laute mit den Worten "Linno lind lin" lass deine Lieder erklingen. "Quäle dich nicht Schwester".
Sie ergreift die Laute und ihre Finger gleiten über die Saiten. Wie die ersten Töne erklingen verstummen die Gespräche in der Halle. So kraftvoll war ihre Melodie. Wärend sie die ersten Töne singt geht eine Wandlung in ihr vor.Ihre ganze Erscheinung, ihr Auftreten scheint sich zu straffen und ein inneres Feuer beginnt zu erwachen und zu erstrahlen. Sie singt von ihrem Traum, von einer Suche und großer Gefahr. Von einem ewigen Kampf, von Vertrauen Liebe und Verlust. Mit leiser Stimme beendet sie ihr Lied und die letzten Töne verklingen. Eine große Stille breitet sich in der Halle aus, nur unterbrochen von dem Knistern des Feuers.
Es dauert eine Weile bis die Elben wieder zu sich kommen. Tief bewegt danken sie ihr für ihre Lieder und beraten sich. Doch egal wie lang sie beraten, welche Worte sie auch wechseln, niemand kann es erklären. Noch nie haben sie etwas von diesem Wesen gehört, noch die Worte Furan naf etal vernommen. Schlieslich erhebt sich der Elb , welcher ihr die Laute gegeben hatte, und spricht zu ihr. " Schwester , dein Gesang berührt unsere Herzen. Doch leider haben wir keine Antworten auf deine Fragen. Du wirst hier auch keine Antwort finden. Begib dich auf eine Reise durch die Lande und singe deiner Lieder. Du wirst auf Wesen treffen die es wünschen dich zu begleiten. Weise sie nicht zurück und eines Tages wirst du erkennen was dein Traum bedeutet. Nimm diese Laute als Geschenk und möge die Sonne dir immer scheinen." Sie dankt für das Geschenk und lenkt ihre Schritte ein letztes Mal in ihr Haus. Die notwendigen Sachen sind schnell gepackt und so beginnt sie ihre Reise. Am Ausgang des Tals hält sie kurz inne und lässt ihren Blick zurück schweifen. " Ich werde erst zurück kehren wenn ich die Antworten gefunden habe, doch fürchte ich den Tag wenn der Traum sich offenbart". Langsam beginnen ihre Finger die Saiten zu zupfen und eine Melodie des Abschiednehmens erklingt um bald darauf in der Ferne zu verstummen.

Zwischenspiel

Ein leckerer Duft zieht durch die Hügel der Häuser. Jeder wusste, dass heute der Backtag von Lobelia ist. Ihre Kuchen sind berühmt und niemand in ganz Hobbingen konnte sie so vortrefflich zubereiten. Ebeso bekannt war, dass Lobelia ihre Kuchen zum Abkühlen auf die Bank vor ihrem Haus legte. Viele haben es versucht, den Kuchen vorher zu kosten, aber der Aufmerksamkeit der alten Dame entgeht sogut wie nichts.
Hinter einer Hecke in der Nähe schauten zwei große Füße hervor, welche dicht behaart sind. Über die Hecke schob sich ein Kopf mit roten zerzausten Haaren. Ein vorsichtiger Blick ging zu den Kuchen und das Wasser lief ihr im Munde zusammen. Irgendwie musste es doch möglich sein, an den Kuchen zu kommen. Auf den Nachmittag zu warten hatte die kleine Hobbitdame keine Lust, dafür dufteten sie zu verlockend.
Vorsichtig schleicht sie sich näher an die Bank heran, noch geschützt von der Hecke. Heute wird sie versuchen, die Aufmerksamkeit von Lobelia mit Steinen abzulenken. Ein letzter prüfender Blick und schon fliegt der erste Stein in Richtung der alten Dame. Wie es geplant war, schlägt er rechts neben Lobelia auf. Ruckartig flog Lobelias Kopf nach rechts und ihre Augen irrten umher, um die Ursache des Geräusch zu finden, aber es war nichts zu erkennen. Nach einer Weile beruhigt sich ihr Blick und ihre Kuchen waren noch alle da. Die kleine Hobbitdame zuckte verräterisch mit den Schultern als die das beobachtete. Mit einem spitzbübischen Lächeln hob sie einen weiteren Stein auf und hielt ihn abwägend in der Hand. In schneller Reihenfolge flogen einige Steine noch weiter nach rechts und Lobelia stürzt mit einem zornigen Ausdruck im Gesicht in diese Richtung. Auf diese Chance hat die kleine Hobbitdame gewartet. Schnell wie ein Fuchs kommt sie hinter der Hecke hervor und flitzt zu den Kuchen. Schnell greift sie sich einen und verschwindet wieder hinter der Hecke. Dort stößt sie einen Seufzer der Erleichterung aus. Mit einem Lächeln im Gesicht mustert sie den Kichen in ihren Händen. Sie hatte es wirklich geschaft und der alten Dame einen Kuchen gemopst. Langsam hebt sie den Kuchen zum Mund, ihr läuft schon das Wasser zusammen, öffnet ihn um einen herzhaften Biss zumachen, als sich plötzlich eine schwere Hand im Nacken spürt. " Hab ich dich !" Ängstlich schaut sich die kleine Hobbitdame um und erkennt Lobelia. Würden Blicke töten können, sie war sich sicher ,sie würde nicht mehr hier stehen. " Du kannst es einfach nicht lassen?" sprach Lobelia, "immer wieder versuchst du es. Ich muss aber zugeben, das war bis jetzt der beste Versuch überhaupt." Ein Lächeln huscht über das Gesicht der alten Dame. " Deine Haare haben dich verraten als sie hinter der Hecke hervorschauten." Zärtlich zerwuselt sie das Haar der kleinen Hobbitdame." Lass ihn dir schmecken, aber erzähle es nicht weiter". Die kleine Hobbitdame lächelt und beisst mit einem verträumten Blick in den Kuchen.

Während sie über die Brücke läuft, tauchen am Horizont die ersten Hügelhäuser des kleinen Volkes auf. Sie freut sich auf die Begegnung mit ihnen. Oft hatte sie den Geschichten gelauscht, welche Reisende erzählten. Es muss ein lustiges Volk sein und es feiert gern und zu jeder Tageszeit rauschende Feste. Ein Lächeln huscht über ihre Lippen. Der Kuchen einer gewissen Dame in Hobbingen war auch bei den Elben bekannt geworden. Sie fragt sich ob sie diese Dame mit ihren Liedern erfreuen könnte. Ihr Blick schweift zu den liebevoll angelegten Gärten vor den Häusern. Blumen, Kürbisse selbst Pfeifenkraut war dort zusehen. Man konnte regelrecht spüren wie sorgsam sie gepflegt wurden.

Ihre Schritte hatten sie , ohne das sie es mitbekommen hat, bereits tief in das Dorf getragen und das kleine Volk beobachtete sie aufmerksam. Nicht oft kommt es vor das Elben ihr Dorf besuchen. Manch einer des kleinen Volkes hatte noch nie einen Elben gesehen und so wurde sie bestaunt und bewundert. Ihre Schritte lenkte sie zu einer Bank am Wegesrand um etwas auszuruhen. Schnell ist sie umringt von den Kindern, die sie mit unversteckter Neugier genau beobachten. Besonders scheinen den Kindern ihre Laute zu interessieren und sie tuscheln untereinander. Ein Ausdruck des Nachdenkens erschien im Gesicht der Elbin als sie zu ihrer Laute greift. Sie lächelt den Kindern zu und ihre Finger beginnen über die Saiten zu gleiten. Die Kinder reissen verwundert ihre Augen auf, scheint die Laute doch auf einmal zu bellen wie ein Hund, gefolgt von dem Blöcken eines Schafes. Sie lächelt kurz und verändert ihr Spiel. Eine fröhliche Melodie beginnt zu eriklingen und zieht durch das Dorf. Schnell vergrößert sich die Schar der Kinder , welche sie umgeben, und angesteckt von der Melodie beginnen sie zu tanzen. Nach einer Weile verstummen die Saiten und sie erhebt sich um weiterzuziehen. Das Lachen der Kinder liegt ihr noch lange in den Ohren.

Im warmen Licht der Mittagssonne erreicht sie ein kleines Moor. Das Summen der Mücken verfolgte sie hartnäckig und schien überall zusein. Zum Glück war es nur ein kleines Moor und schnell passiert. Im Licht der Abendsonne erreicht sie eine große Ansiedlung. Schon von weitem steigt ihr der Duft von Kuchen in die Nase. Noch bevor sie das Dorf erreicht hört sie den kräftigen Klang einer alten Frau, welche wohl gerade mit jemand schimpft.
Neben dem Gasthaus stehen auf einer Bank Kuchen zum abkühlen und eine ältere Dame zerzaust gerade einem Hobbitmädchen die Haare. Müde von ihrer Reise betritt die Elbin den Gasthof, nickt den Anwesenden freundlich zu, und lässt sich am Feuer nieder. Dem herbeieilenden Wirt teilt sie ihre Wünsche mit nach frischem Wasser und einem leichten Mal. Schnell steht das gewünschte vor ihr und sie vertieft sich in das Essen. Nachdem sie fertig ist schweift ihr Blick durch die gemütliche Gaststube. Sie erweckt den Eindruck , als ob nicht oft Leute des großen Volkes hier Halt machen. Die ganze Einrichtung ist dem kleinen Volk angepasst. Aber die Gemütlichkeit , welche die Einrichtung ausstrahlt,lässt einen schnell so etwas vergessen.
Der Wirt wartet geduldig neben ihr bis sie fertig ist. " Es ist lange her dass eine Wanderin eures Volkes dieses Haus besucht hat. Ihr ehrt uns mit eurem Erscheinen. Doch sagt, sofern ihr möchtet, was führt euch hierher?" sprach er mit einer angenehmen Stimme. " Ich bin auf der Suche nach Antworten, " entgegnete die Elbin " auf der Suche nach Antworten eines Traumes". Ein Lächeln huscht über das Gesicht des Wirtes. " Wir lieben Geschichten. Wir haben viele gehört und können viel erzählen. Bitte erzählt auch die eure Geschichte." Sie überlegt nur kurz und nickt dem Wirt zustimmend zu. " ich werde sie erzählen auf meine Weise , wenn das warme Licht der Abendsonne erlischt." " Kann ich euch noch etwas bringen? " fragte der Wirt " Wir haben auch ein Zimmer was für das große Volk eingerichtet ist, falls ihr euch zurückziehen möchtet". " Ich habe schon viel von dem Kuchen einer älteren Dame gehört und es hat mich neugierig gemacht." sprach sie zu dem Wirt " Ich würde mich freuen, wenn ich heute abend ihn einmal kosten könnte." Der Wirt lachte kurz auf " Damit werdet ihr euch, wie wir alle, bis zu den späten Abendstunden gedulden müssen. Lobelia achtet sehr auf ihren Kuchen."

Fortsetzung folgt

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